Tobu Zoo Park / Japan

Tobu Zoo Park / Japan

Zum 80. Jubiläum der Tobu Railway im Jahr 1981 eröffnete der Tobu Zoo Park seine Pforten. Fünf Jahre zuvor entstand dafür die Betreibergesellschaft Tobu Leisure Planning Co., Ltd., die den Park auch heute noch als 100% Tochter der Tobu Group betreibt. Bereits zur Eröffnung setzte man auf eine Mischung von Freizeit- und Tierpark, wobei diese getrennt voneinander am östlichen und westlichen Ende des Parks errichtet wurden. Im Jahr 1990 wurde das Angebot durch den Wasserpark Tobu Super Pool nahe dem westlichen Eingang erweitert.  

 

Parkrundgang

Von Tokyo kommend bietet sich eine Fahrt mit der Tobu Railway an. Von der Station Tobu-Dobutsu-koen fährt in regelmäßigen Abständen ein Shuttle Bus zum östlichen Eingang, der Park selbst ist jedoch auch mit einem kurzen Fußmarsch schnell erreichbar. Betritt man den Park von diesem Eingang aus, befindet man sich sogleich an einem See, welchen man auch mit Tretbooten erkunden kann. Dieser ist Ausgangspunkt für die parkinterne Buslinie Animal Boo Boo und der Parkeisenbahn Tayno-No-Megumi.

 

Folgt man den Wegen landet man sogleich im Liberty Land, einer losen Zusammenstellung von Fahrgeschäften entlang einer etwas breiteren Mainstreet. Neben einem Karussell, einer kleinen Kinderschleife, einer Tretbahn und einem Musik Express befinden sich hier gleich zwei Walkthroughs und zwei Achterbahnen. 

 

Den Anfang macht dabei das interaktive Spiegellabyrinth Galaxy Walkers, bei dem man auf zwei verschiedenen Missionen die Welt retten kann. Unweit davon dreht die Marienkäferbahn Tentomushi ihre Runden. 

 

Sollte man sich von der benachbarten Achterbahn Kawasemi losreißen können, bietet sich ein Besuch im benachbarten Grusellabyrinth der Event Plaza an. Etwas weniger nervenauftreibend ist hingegen eine Fahrt in der Monorail Airlift Sky Fish Express. Die nette Fahrt weit oberhalb der Parkwege dient hier sogar als Transportmittel innerhalb des Parks.

 

Und so landen wir kurz darauf in der Heartful Town, der dritten Ausbaustufe des Themenbereichs Heartful Land. Während der bereits erkundete Park teilweise recht ranzig wirkt, so zeichnet sich der 2014 grunderneuerte Kinderbereich durch ein deutlich positiveres Erscheinungsbild aus. Hier befinden sich zahlreiche typisch japanische Kinderfahrgeschäfte, sowie die Achterbahn Diggy & Daggy's Tram Coaster. 

 

Wie bereits eingangs erwähnt ist der Tobu Zoo Park eine Mischung aus Freizeit- und Tierpark, weswegen sich der Park selbst auch als Hybrid Leisure Land bezeichnet. Der Zoo selbst besteht zu einem Großteil aus viel zu kleinen Gehegen ohne jedweden Versuch einer artgerechten Tierhaltung. Ganz schlimm wird es in der Monkey World, wo die einzelnen Affenarten ohne jegliche Gnade in viel zu engen Käfigen zur Schau gestellt werden. 

 

Gleiches gilt auch für die Gehege der meisten Großkatzen (mit Ausnahme des Löwengeheges), der Elefanten und der Braunbären. Ich erwarte keine immens großen Gehege wie im englischen Freizeitpark Flamingo Land, aber die Größe derer der deutschen Innenstadtzoos dürfte es schon sein. Interessanterweise zeigt der Hirakata Park mit seinen wenigen Tiergehegen, dass das auch in Japan durchaus selbstverständlich sein kann. Und so trübt sich der Eindruck des Parks zunehmend, je länger man im Zoo verweilt.  

 

Dass es jedoch auch Lichtblicke im Zoo gibt, fällt da eigentlich kaum noch ins Gewicht. So ist der Rhesusaffenberg ausreichend groß, die Voliere mit heimischen Tierarten überaus nett gestaltet und die Savannenlandschaft samt Gazellen, Giraffen und Zebras gleicht der im Erlebnis-Zoo Hannover. Man hat also das Potential einen grandiosen Tierpark zu betreiben; im jetzigen Zustand rate ich jedoch jedem davon ab einen Fuß hier rein zu setzen. 

 

Hingegen einen Besuch wert ist die Heartful Farm, seinerzeit die erste Ausbaustufe des Heartful Lands. Dieser wunderschön gestaltete Farmbereich beherbergt die Traktorfahrt Piggy’s Tokotoko, die Kindereisenbahn Horn’s Farm Railway und das Riesenrad Emma’s Cheese Windmill. Letzteres wurde im Jahr 2013 errichtet und ermöglichte so einen fließenden Übergang im Betrieb des alten und des neuen Rades. Bemerkenswerterweise standen dadurch für eine Saison gleich zwei Riesenräder im Park. Das neue Rad verfügt über eine Klimaanlage an jeder einzelnen Gondel, Soundsystem und einen behindertengerechten Zugang. 

 

Vorbei am Heartful Garden, einem großen botanischen Garten, führt uns der Weg nun in das Pleasure Land. Hier steht neben einem Telecombat und einem sehr schicken Wellenflieger samt Wasserfontänendurchfahrt (sehr ähnlich dem Wellenflug Monkey Swinger im englischen Freizeitpark Chessington – World of Adventures) das 3D Kino UFO Dome, in dem in dieser Saison ein typisch japanischer Horrorfilm gezeigt wurde. Interessanter Weise handelt es sich bei diesem Kino eigentlich um einen Bewegungssimulator des Herstellers Intamin. Betrieben wird die Anlage auch noch in altbewährter Weise, selbst die Pre-Show wird genutzt – nur die Bewegungen der zweisitzigen Gondeln während des Hauptfilms bleiben aus. Die Hauptattraktion dieses Bereichs ist die Holzachterbahn Regina.

 

Fazit

Der Tobu Zoo Park ist ein wirklich guter Freizeitpark und ein furchtbarer Zoo zugleich. Der Park selbst ist dadurch eher im Mittelfeld einzuordnen, denn eine gelungene Mischung aus Tier- und Freizeitpark kann man an vielen anderen Orten in einer deutlich besseren Qualität erleben. Die Neuerungen im Tierpark machen zumindest Hoffnung, auch wenn selbst dort das Erlebnis für den Parkbesucher leider über dem Tierwohl steht. Die Neuerungen im Freizeitpark können sich allesamt sehen lassen und lassen auf eine vielversprechende Zukunft des Parks schließen.  

Text: September 2017 - Tobias / Bilder: Mai 2010 - Torsten -- September 2017 - Tobias

Coaster im Park

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