Alton Towers / UK

Alton Towers

In the middle of nowhere in Mittelengland liegt, versteckt in den grünen Hügeln von Staffordshire, Englands wohl bekanntester Freizeitpark, Alton Towers. Wir haben ihn 2010 zum zweiten Mal besucht (nach 2007). 

Dieses Mal haben wir drei Tage im Park geplant, wobei wir den Nachmittag des zweiten Tages, wie geplant, im Wasserpark des Splash Landings Hotels verbracht haben. In diesem Hotel haben wir auch gewohnt und waren doch recht enttäuscht. Es ist kein Vergleich zu den uns bekannten Hotels des Europa Parks oder des Phantasialandes. Alles wirkt etwas abgewohnt und der Speisebereich ist so klein, das man am Morgen schon mal 15 Minuten auf seinen Platz warten muss. Das geht dann von der Early Ride Time ab, wenn man davon am ersten Morgen überrascht wird. Denn für Hotelgäste und Jahreskarteninhaber öffnen einige Coaster schon um 09:00 Uhr, während der normale Besucher erst um 10:00 Uhr weiter in den Park vorgelassen wird.

 

Vor dem Haupteingang des Parks fiel uns schon die erste Veränderung auf. Hier hat der Double Corkscrew des 2009 abgerissenen Coaster gleichen Namens einen letzten Ruheplatz gefunden. Auf golden lackierten Stützen steht der Teiltrack in Dunkelblau und kann keinen Schaden mehr anrichten. Wer den Haupteingang passiert hat, genießt einen herrlichen Blick durch die Towers Street mit ihren Geschäften über den See auf The Towers. Der Bau des namengebenden Gebäudes Alton Towers begann im frühen 19. Jahrhundert. Zurzeit sind weite Teile verfallen und nur noch Ruinen. Aber die Merlin Gruppe steckt viel Arbeit und Geld in den Wiederaufbau. Was man aus so einen Gebäude alles heraus holen kann, zeigt die Preshow vom Funhouse „Hex“. Das ist wirklich ganz großes Kino.

 

Jetzt wollen wir aber den Park erkunden. Da unser Weg in Alton Towers meist gegen den Uhrzeigersinn beginnt, werde ich es bei diesem Bericht auch so halten. Nach Old MacDonald’s Farmyard, einem der beiden großen Kiddybereiche, kommt das Adventure Land. Auch hier herrschen noch die Kinderfahrgeschäfte vor. Einzig der Spinning Coaster Spinball Whizzer ist hier für die Größeren interessant. Deshalb geht es gleich weiter in den X-Sector. Hier steht Oblivion, der erste Dive-Coaster, den B&M gebaut hat. Auch ein Enterprise und ein Double Inverter sind hier zu finden. Seit 2013 wartet auch der Smiler gleich neben den Eingang auf Fahrgäste. Um in den zweiten großen Kiddybereich, das Cloud Cuckoo Land zu gelangen, müssen wir an The Towers vorbei. Herzstück dieses Bereiches ist der Darkride „Charlie and the Chocolate Factory the Ride“ nach dem gleichnamigen Film mit Jonny Depp. Die Kenntnis des Films ist für das Verständnis des Rides sehr förderlich. Der angrenzende Bereich hat seit der Saison 2010 einen neuen Namen, Dark Forrest, Heimat der beiden Coaster Rita und Th13teen. Wer von hier weiter ins Forbidden Valley will, hat zwei Möglichkeiten: Zu Fuß durch The Gardens, einer im Tal liegenden prachtvollen Gartenanlage, die einzigartig in den mir bekannten Freizeitparks ist. Diese diente früher den Herren von Alton Towers zur Erbauung. Wer sich nicht so viel Zeit nehmen möchte, kann sich mit der Seilbahn „Skyride“ über das Tal zur Mittelstation bringen lassen und so den Anblick von oben genießen. Hoffentlich mit dem Wissen, dass er unten einiges verpasst. Am Ziel ist er dann am Mekka der Coasterfans in Europa. Hier stehen zwei Erstauslieferungen der Schweizer Edelschmiede Bolliger & Mabillard. Der Inverted-Coaster Nemesis und der Flying-Coaster Air (zwischenzeitlich mit VR-Brillen ausgestattet und in Galactica umbenannt). Wer auf Nemesis seine morgendliche Early-Ride-Time genießen möchte, muss gut zu Fuß sein. Da „Skyride“ erst um 10:00 Uhr öffnet, muss man gut eine Viertelstunde schnellen Fußmarsches vom Eingang einplanen. Aber es lohnt sich, denn später steigen die Wartezeiten doch rapide an. Die ungewöhnlich gethemte Schiffsschaukel „The Blade“ und der Topspin mit eingebauter Dusche „Ripsaw“ runden das Angebot in diesem Bereich ab. Jetzt sind wir auch am weitesten vom Eingang entfernt. Der Rückweg führt durch den Wald vom Gloomy Wood. An diesem unheimlichen Ort kommt es zum „Duel“, einem Battle-Shooter der begeistern kann. Feucht wird es dann im Katanga Canyon. Dieser lässt sich nur mit den „Congo River Rapids“ passieren. Wer ganz hartgesotten ist, kann sich auch die RideOP’s vom Runaway Mine Train geben. Ich sag nur „Shoo Shoo“. Den Abschluss findet unser Rundgang in der Mutiny Bay, dem Piratenland. Hier kann man sich noch mal richtig nass machen lassen. Einweichen in „The Flume“, Hauptwaschgang im Splash-Battle „Battle Galleons“. Diese Attraktion wurde direkt in den See gebaut. Wer danach noch nicht genug Fische gesehen hat, kann dieses im „Sharkbait Reef“ tun. Dieses wird von dem ebenfalls zur Merlin-Gruppe gehörenden Sealife betrieben. Ebenso wie Piraten einen bis zum letzten Cent ausrauben, kann man hier sein letztes Geld an den bekannten Parkspielen lassen und so, je nach Geschick, gegen jede Menge Stofftiere tauschen. Das unsere Damen die Greifautomaten fast nach Belieben beherrschen, hatte ich, glaube ich, schon mal erwähnt. Das sie aber auch erfolgreich Bälle in Eimer werfen können, ist neu. Auf dem Weg zum Ausgang kommen wir dann noch an der Talstation des „Skyride“ vorbei. Praktisch ist, dass man seine gekauften Onride-Bilder erst in der Tower Street ausdrucken lassen kann. So kommen sie auf jeden Fall ungeknickt nach Hause. Wer seine Erlebnisse lieber auf DVD mitnehmen will, kann sich am Morgen ein elektronisches Armband holen. An vielen Attraktionen sind Kameras installiert, die einen dann filmen. Am Abend kann man die besten Ausschnitte auswählen und in einem allgemeinen Parkvideo auf DVD brennen lassen.

 

Fazit

Alton Towers ist ein Park der sich immer wieder lohnt. Eine gelungene Symbiose zwischen Natur und Technik, wobei der Naturteil leider meist zu kurz kommt, locken doch herrliche und einzigartige Coaster. Wer kann sollte länger als einen Tag bleiben. Es wird trotzdem nie langweilig. Dieses liegt aber auch an der Weitläufigkeit der Anlage. Was uns noch sehr gut gefallen hat, ist das generelle Rauchverbot im Park. Für die Süchtigen gibt es vereinzelte Smoking Points, wo diese ihrem Laster nachgehen können. Konsequenterweise befindet sich davon keiner in den Kinderbereichen.

Fotos: Juni 2006 - Olli / Text: Juli 2010 - Thorsten & Family

Coaster im Park

Ehemalige Coaster im Park

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